Wann kommt der erste Streit in einer Beziehung? Dann, wenn beide Partner die rosarote Brille abgelegt haben. Und das ist gut!

Wenn wir verliebt sind, sehen wir den anderen vor allem durch die Brille unserer Projektionen. Nicht so, wie er wirklich ist. Warum? Weil wir ihn als Mensch noch gar nicht kennen. In der Verliebtheit und des Werbens ist zudem jeder – bewusst oder unbewusst – darauf bedacht, auch sich selbst von seiner besten Seite zu präsentieren.

Das Schöne am Verliebtsein ist auch, dass wir uns selbst durch den anderen zur Gänze als einen begehrenswerten Mann oder eine begehrenswerte Frau erkennen. So fühlen wir uns dann auch und finden in dieser Zeit nicht nur den anderen mehr als wunderbar, sondern auch uns selbst.

Die Frage „Wann kommt der erste Streit in der Beziehung?“ ist also berechtigt, denn die Anfangszeit ist oft einfach zu schön, im für immer wahr zu sein. Einen Tipp, den wir dir vorweg geben können, wenn du bemerkst, dass deine Frage „Wann kommt der erste Streit in der Beziehung?“ ein wenig mit Angst besetzt ist: Der erste Streit in der Beziehung kann eure Verbindung tiefer machen und er zeigt, inwieweit ihr beide reif für eine gesunde Partnerschaft seid.

Wann kommt der erste Streit in der Beziehung? Mit der Ent-Täuschung

Der Rausch der Hormone während der Verliebtheit ist von der Natur natürlich gewollt, damit wir zueinanderfinden und uns aneinander binden. Denn wenn der körperliche Kontakt ins Spiel kommt, wird der Körper neben den Glückshormonen Serotonin und Dopamin auch von dem Kuschelhormon Oxytocin regiert, das nicht umsonst auch als „Bindungshormon“ bekannt ist, weil es eben dafür sorgt, dass Bindung entsteht und wir uns auch die körperliche Nähe des Partners wünschen.

Nach und nach lernen wir den anderen auch von anderen Seiten kennen, über die Monate oder Jahre hinweg erkennen wir, dass das Subjekt unserer Begierde nicht ein Wesen eines anderen Sterns, sondern ein ganz normaler Mensch mit eigenen Stärken und Schwächen sowie eigenen Bedürfnissen, Werten und Weltanschauungen ist.

Wann kommt der erste Streit in einer Beziehung? In der Regel an diesem Punkt – wenn die Illusionen abfallen. Wenn all die Projektionen unserer Wünsche und Bedürfnisse und die Vorstellungen, die wir vom anderen hatten, notgedrungen irgendwann ent-täuscht werden, tritt eben auch das Gefühl der Ent-Täuschung ein.  Das tut meistens weh und auf Schmerzen reagieren Menschen oft mit Abwehr. Und dann kommt es zum Streit. Doch die Ent-Täuschung ist gut, da sie uns einander wirklich nahe bringt: Als die Menschen, die wir sind.

Gesunde Konflikte vertiefen die Beziehung

Wir können dich aber beruhigen: Die Erfahrung der Autonomie beider Partner in der Beziehung ist für das Fortschreiten und Reifen der Beziehung ebenso wichtig wie die Verliebtheitsphase, die in der Regel zwischen drei Monaten und zwei Jahren andauert. Denn eine gesunde Beziehung zwischen zwei reifen Menschen besteht immer aus dem richtigen Maß an Autonomie und Abhängigkeit.

Gesunder Streit, bei dem Konflikte konstruktiv ausgetragen werden, ist also wichtig, um die Abgrenzung der beiden Ich-Persönlichkeiten zu ermöglichen, um so sich selbst und den anderen besser und tiefer kennenzulernen und auf Basis dessen das gesunde Wir-Gefühl zu stärken!

 

Fotocredit Titelbild: Unsplash

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