Wer zusammen ist, muss über die Zeit viele Konflikte lösen. Ist streiten in einer Beziehung wichtig?  Experten sagen: Ja! Doch entscheidend ist das Wie. 

In einer toxischen Beziehung wird entweder jeden Tag wegen Kleinigkeiten gestritten – und das gleich stundenlang – oder es werden alle Probleme totgeschwiegen. Beides ist sehr schädlich, nicht nur für die Beziehung, auch für die Psyche.

Abgesehen von diesen beiden Extremen: Welche Rolle spielen Konflikte generell in der Partnerschaft? Ist streiten in der Beziehung wichtig?

Verbundenheit und Autonomie bei Streiten spüren

Tatsache ist, dass Meinungsverschiedenheiten immer aufkommen werden, ganz egal, wie groß die Liebe zueinander ist und wie viele Werte man teilt und Ziele gemeinsam verfolgt. Konflikte Lösen gehört zu einer Beziehung dazu. Und wie man so schön sagt, reinigt ein Gewitter schon mal die Luft – es darf also durchaus auch mal richtig krachen, wenn zwei Menschen einander lieben.

Denn für eine gesunde Beziehung sind zwei Dinge essenziell: Verbundenheit auf der einen Seite und Autonomie beider Partner auf der anderen. Durch das Streiten können wir uns voneinander als Personen abgrenzen – und in der Lösung des Problems wieder Verbindung suchen und Verbundenheit spüren.

Ist Streiten in der Beziehung wichtig?
Konstruktiver Streit bringt folgende fünf Effekte:

Grundsätzlich sollten Partner in der Beziehung ihre Angst vor Konflikten und Streit ablegen, denn wer konstruktiv streiten kann, kann als Paar davon profitieren:

  1. Die aufgestaute Energie kann sich im Streit verwirklichen und ist einmal raus
  2. Streiten hilft, sich selbst noch klarer über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu werden
  3. Streiten hilft, sich klar über die Wünsche und Bedürfnisse des anderen zu werden
  4. Somit trägt Streit mit konstruktiver Kommunikation dazu bei, dass man sich besser versteht
  5. Und Streit trägt dazu bei, dass die Beziehung noch stärker wird

Streiten kann Klarheit bringen – und verbinden

Ist Streiten in der Beziehung wichtig? Die Quintessenz ist: Jedes Problem und jeder Konflikt, den man als Paar gemeinsam gut gelöst hat, schweißt noch mehr zusammen. Und nicht zuletzt kann Versöhnungssex besonders schön sein und das Feuer neu entfachen – sofern er nicht zum Selbstzweck wird. Achtet darauf, dass ihr beim Streit in der Beziehung die apokalyptischen Reiter vermeidet. Dazu zählen Kritik und Verteidigung, Verachtung, Rückzug und Mauern sowie Machtdemonstration.  Der US-Psychologe und Beziehungsforscher John Gottmann hat nämlich herausgefunden: Wenn sich diese Verhaltensweisen am Beziehungshorizont zeigen, ist das Ende der Liebe nahe!

Gegenseitiger Respekt und Fairness ist immer das Wichtigste beim Streiten. Wer diese Grundregeln missachtet, kann die Beziehung ruinieren. Wenn ihr hingegen gut miteinander streiten könnt, könnt ihr euch zugleich zeigen, wie sehr ihr einander als Liebespartner respektiert – auch und gerade dann, wenn es einmal hitzig wird! Unser Tipp: Lernt eure beidseitigen Streitmuster kennen – denn so könnt ihr eure größten Ängste am besten verstehen!

Voraussetzung für gutes Streiten ist ein möglichst stabiles Selbstwertgefühl beider Partner. Denn nur so lässt sich Kritik auf eine Sache bezogen geben – ohne das Gefühl zu haben, dass die ganze Person oder gar die Beziehung bei jedem Streit in Frage gestellt wird. Die Grundlage für gutes Streiten ist also Vertrauen beider Partner: in sich selbst, in den anderen und in die Partnerschaft!

 

Fotocredit Titelbild: Unsplash

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