Sicherlich ist jeder von euch gelegentlich gestresst. Und bestimmt haben die meisten auch schon erlebt, dass Stress in einem Lebensbereich auf andere Bereiche überschwappen kann: Kämpfst du beispielsweise mit Job- oder Alltagsstress, wünschst du dir wahrscheinlich Ruhe und Entspannung mit deinem Liebsten. Doch gerade dann kommt es vermehrt zu Beziehungskonflikten und Streit. Andersherum überträgt sich aber auch Paarstress auf deinen Alltag. So entsteht schnell ein Teufelskreis!

Wir möchten euch heute dabei helfen, diesen Teufelskreis gemeinsam zu durchbrechen. Dazu stellen wir euch einige Strategien vor, die Psychologen dyadisches Coping nennen. Je nach Art der Stresssituation eignen sich unterschiedliche Formen des dyadischen Coping besonders gut. Daher zeigen wir euch heute die 3 wichtigsten Formen und erklären euch, wann ihr sie jeweils einsetzen könnt:

1. Gemeinsames dyadisches Coping

In einer Beziehung treten häufig Stressoren auf, die beide Partner betreffen – das kann zum Beispiel ein gemeinsamer Umzug oder auch die Planung einer großen Familienfeier sein. In solchen Fällen eignet sich das gemeinsame dyadische Coping besonders gut zur Stressbewältigung: Dabei versuchen beide Partner gemeinsam, ein sachliches oder emotionales Problem zu lösen. Je nach Art des Stressors können dabei ganz unterschiedliche Strategien zum Einsatz kommen:

Entsteht der Stress beispielsweise dadurch, dass viele Aufgaben zu erledigen sind, ist eine gleichmäßige Aufteilung der Pflichten besonders hilfreich. So wird die Arbeitsbelastung gerecht verteilt – das mindert Stress. Bei vielen Problemen kann es außerdem sinnvoll sein, gemeinsam nach weiteren Informationen zu suchen und mögliche Lösungen zusammen zu diskutieren. So geht ihr ein Problem schließlich direkt an und reduziert dadurch den damit verbundenen Stress.

Ist ein Stressor eher emotional, kann es hingegen helfen, wenn ihr euch beide miteinander solidarisiert. So spürt ihr, dass ihr mit euren Gefühlen nicht allein seid und verstanden werdet. Das mildert Stress enorm! Auch gemeinsames Entspannen, zum Beispiel bei einem heißen Bad oder einer Entspannungsübung wie Yoga, kann zum gemeinsamen dyadischen Coping gezählt werden. Dabei könnt ihr Stress sofort zusammen abbauen!

Betrifft der Stressauslöser indes nicht beide, sondern vor allem einen Partner, ist eine andere Form des dyadischen Copings meist besser geeignet:

2. Supportives dyadisches Coping

Stell dir einmal vor, dein Partner ist gestresst, weil er auf der Arbeit eine wichtige Präsentation vor der Chefetage halten muss. In diesem Fall betrifft der Stressauslöser nur deinen Liebsten direkt und ist emotionaler Art. Hier kann supportives dyadisches Coping besonders hilfreich sein. Bei dieser Form des Copings unterstützt der Partner den Gestressten vor allem emotional:

Du könntest deinem Partner beispielsweise Mut zureden und ihm Trost spenden. Indem du ihm zeigst, dass du an ihn glaubst, kannst du ihm etwas Stress nehmen. Auch Worte wie: „Ich verstehe, wie du dich fühlst, und mir würde es in deiner Situation genauso gehen“, können wahre Wunder bewirken. Eine Solidarisierung kann also auch hier guttun. Zusätzlich kannst du ihn dabei unterstützen, die Situation umzubewerten. In unserem Beispiel könnte das etwa so klingen: „Ich weiß, dass deine Präsentation sehr wichtig ist und ich bin sicher, dass du das gut machen wirst. Aber selbst, wenn etwas schiefgehen sollte, wird dein Chef dich nicht gleich feuern!“ So rückst du die Wichtigkeit der Situation ins rechte Licht – das kann deinen Liebsten beruhigen.

Supportives dyadisches Coping kann außerdem auch sachbezogene Unterstützung enthalten – sie zielt dann allerdings auch darauf an, den Partner emotional zu entlasten: Belastet es ihn beispielsweise, neben der großen Aufgabe im Job gleichzeitig für eure Steuererklärung verantwortlich zu sein, kann es ihn entspannen, wenn du ihm diese Verantwortung abnimmst.

3. Deligiertes dyadisches Coping

Erlebt eine Person Stress, weil sie (zu) viele Aufgaben bewältigen muss, kommt bevorzugt unsere dritte Coping-Strategie zum Einsatz: Beim deligierten dyadischen Coping nimmt der Partner dem anderen ganz praktisch einige Aufgaben ab, um seinen Stress so zu mindern.

Unser Tipp: Wenn du sehr ausgelastet bist, bitte deine Partner direkt darum, dir etwas abzunehmen! Das hilft einerseits unmittelbar dir. Andererseits erfährt dein Liebster dadurch, wie er dich effektiv unterstützen kann. Dadurch wird auch er sich in der Situation weniger hilflos fühlen.

Musst du beispielsweise auf der Arbeit viele Überstunden machen, bitte deinen Partner, einige Haushaltsaufgaben zu übernehmen oder beispielsweise Geschenke für gemeinsame Freunde einmal allein zu kaufen. Lässt deine Arbeitsbelastung dann später nach, könnt ihr die Aufgaben wieder neu verteilen.

Nutzt diese Tipps, um die verschiedensten Stressoren gemeinsam zu bewältigen. Für jede Stresssituation findet ihr so garantiert die optimale Gegenmaßnahme und haltet den Stress aus eurer Beziehung fern!

(Quelle: Bodenmann, 1997)

– von Juliane

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