Probleme gibt es in jeder Partnerschaft – entscheidend ist, wie ein Paar mit ihnen umgeht. Deshalb möchten wir euch heute eine Methode vorstellen, die Beziehungspsychologen weltweit empfehlen: Das Problemlöseschema! Mit seiner Hilfe könnt ihr eure Alltagsprobleme konstruktiv angehen und bewältigen, indem ihr gemeinsam 6 konkrete Problemlöseschritte durchlauft. Nehmt euch dafür ausreichend störungsfreie Zeit und achtet darauf, nicht mehr als ein Problem zur gleichen Zeit zu bearbeiten. Macht währenddessen außerdem Notizen, damit ihr den Problemlöseprozess jederzeit noch einmal nachvollziehen könnt. Diese 6 Schritte könnt ihr ganz einfach auf jedes Problem anwenden:

Schritt 1: Problembeschreibung

Beschreibt zunächst euer Problem ganz genau. Bleibt dabei nicht zu allgemein, sondern versucht, es möglichst konkret zu benennen. Erklärt euch zudem gegenseitig, weshalb dieses Problem für euch relevant ist. Beschreibt dabei vor allem, wie ihr euch damit fühlt, und warum euch eine Lösung wichtig ist.

Schritt 2: Sammlung von Lösungsmöglichkeiten

Sammelt in einem nächsten Schritt Lösungsmöglichkeiten, zunächst ohne sie zu bewerten. Überlegt jetzt noch nicht, ob sie umsetzbar oder praktikabel sind, sondern sammelt alles, was euch einfällt. Scheinbar verrückte oder realitätsfremde Ideen sind dabei ausdrücklich erwünscht! Sie helfen euch dabei, kreativ zu werden und ganz neue Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Wichtig ist, dass ihr beide in diesem Schritt Ideen einbringt und Vorschläge macht.

Schritt 3: Bewertung und Auswahl

Geht nun eure gesammelten Lösungsmöglichkeiten gemeinsam durch. Diskutiert die Vor- und Nachteile jeder Idee und sprecht darüber, ob sie umsetzbar ist. Danach bewertet jeder von euch jede Lösungsmöglichkeit nach folgendem Schema:

++ = „Ich finde die Idee sehr gut (geeignet)“

+ = „Ich finde die Idee ganz gut (geeignet)“

0 = „Ich finde die Idee weder besonders geeignet, noch besonders ungeeignet“

– = „Ich finde die Idee eher schlecht (geeignet)“

— = „Ich finde die Idee sehr schlecht (geeignet)“

Zählt am Ende dieses Schrittes eure Bewertungen zusammen und wählt die Lösungsmöglichkeit mit der höchsten Gesamtwertung als eure Lösung aus.

Schritt 4: Planung der Umsetzung

Plant nun ganz konkret, wie ihr eure gewählte Lösung umsetzen möchtet. Legt dabei vor allem fest, wann ihr beginnen wollt und wer welche Schritte bei der Umsetzung übernimmt. Überlegt außerdem, welche Schwierigkeiten auftreten können und wie ihr mit ihnen umgehen könnt. Wenn ihr so einen konkreten Plan aufstellt, wird die Umsetzung viel leichter gelingen!

Schritt 5: Umsetzung

Jetzt dürft ihr eure Lösung im Alltag umsetzen und ausprobieren, ob sie funktioniert. Gebt dabei nicht zu schnell auf, wenn Probleme oder unerwartete Schwierigkeiten auftreten, sondern gebt eurer Lösung eine faire Chance, sich im Alltag zu bewähren.

Schritt 6: Bewertung

Setzt euch noch einmal zusammen, nachdem ihr eure Lösungsmöglichkeit intensiv ausprobiert habt, und sprecht darüber: Was hat gut geklappt, was weniger gut? Konntet ihr euer Problem so lösen? Falls nicht, überlegt gemeinsam, wie ihr euer Vorgehen anpassen könnt. Wenn ihr feststellt, dass es grundsätzlich nicht geeignet ist, springt zurück zu Schritt 2 oder 3 und wählt mit euren neuen Erfahrungen eine andere Lösungsmöglichkeit aus.

Mithilfe dieser 6 Schritte könnt ihr jedes Alltagsproblem effizient angehen und gemeinsam kreative, konstruktive Lösungen finden! Probiert das Problemlöseschema am besten zuerst an einem kleinen Problem aus und arbeitet euch langsam zu größeren Problemen vor. Ihr werdet überrascht sein, wie gut sie sich mit diesem strukturierten Vorgehen und etwas Übung bewältigen lassen!

– von Juliane

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