In unserem gestrigen Blog haben wir uns angeschaut, für wen eine offene Beziehung geeignet ist und wie du deinen Partner darauf ansprechen kannst. Wenn ihr euch nun dafür entschieden habt, eure Partnerschaft zu öffnen, fragt ihr euch sicher, was ihr das angehen könnt. Dabei möchten wir euch heute unterstützen: Wir zeigen euch, welche Themen ihr im Vorhinein besprechen solltet, und was es dort zu beachten gilt:

1. Allgemeine Regeln

Formuliert gemeinsam allgemeine Regeln für eure offene Beziehung: Wie viel Zeit verbringt ihr mit anderen Personen? Gibt es bestimmte Tage, die nur euch beiden gehören? Wie viele weitere (Sexual-)Partner darf dein Liebster haben? Hat er ein Veto-Recht und kann „verbieten“, dass du eine bestimmte Person triffst?

Indem ihr solche allgemeinen Regeln festlegt, stellt ihr sicher, dass ihr dieselbe Vorstellung von eurer offenen Partnerschaft habt. Versprecht euch, diese Grenzen niemals zu überschreiten – und haltet euch unbedingt daran. Schließlich erfordert eine offene Beziehung ein sehr hohes Maß an Vertrauen. Das könnt ihr nur gewährleisten, indem ihr eure gemeinsamen Grenzen respektiert. Besprecht sie am besten regelmäßig und passt sie bei Bedarf an. Positiver Nebeneffekt: Indem ihr gemeinsame Regeln auslotet, werdet ihr gleichzeitig auch besser verstehen, was ihr von der Öffnung eurer Beziehung erwartet.

2. Sexuelle Grenzen

Besprecht, was genau erlaubt ist: Bist du damit einverstanden, wenn dein Partner einen anderen Menschen küsst? Wie stehst du zu Oralsex oder anderen sexuellen Spielarten? Ist es für dich in Ordnung, wenn dein Partner mit einer anderen Person etwas ausprobiert, was ihr noch nicht gemeinsam erlebt habt?

3. Emotionale Grenzen

Neben sexuellen Grenzen sind auch emotionale Grenzen sehr wichtig: Macht es dir etwas aus, wenn dein Partner Dates mit anderen Menschen hat? Ist es in Ordnung, wenn er über einen längeren Zeitraum regelmäßig mit derselben Person schläft? Bist du damit einverstanden, dass er nach dem Sex bei der anderen Person übernachtet? Stört es dich, wenn dein Partner Sex mit Personen aus deinem Umfeld (zum Beispiel aus eurem Freundeskreis) hat? Sprecht ehrlich über eure emotionalen Bedürfnisse und findet Grenzen, die diese Bedürfnisse respektieren.

4. Safer-Sex

Im Kontext einer offenen Beziehung ist es außerdem relevant, über Safer-Sex und Verhütung zu sprechen – schließlich schützt ihr so nicht nur euch selbst, sondern auch euren Partner. Einigt euch deshalb darauf, dass ihr bei all euren erotischen Abenteuern mit anderen Partnern Safer-Sex praktiziert. Besprecht außerdem, wie ihr das umsetzen möchtet. So könnt ihr euch beide jederzeit sicher fühlen.

5. Gespräche über die offene Beziehung

Legt gemeinsam fest, was ihr euch gegenseitig über eure sexuellen Abenteuer erzählt: Möchtest du wissen, mit wem dein Partner schläft? Soll er dir vom Sex mit anderen Personen erzählen? Wie detailliert möchtet ihr über eure Treffen mit anderen Menschen berichten? Findet zusammen einen Gesprächsstil, mit dem ihr euch beide wohlfühlt. Häufig fühlen sich die ersten Gespräche etwas merkwürdig an. Mit der Zeit werdet ihr aber sicher den richtigen Gesprächsstil finden und der Austausch über eure jeweiligen erotischen Treffen wird völlig natürlich werden.

Überlegt zusätzlich gemeinsam, was ihr eurem Umfeld über eure Beziehung sagt: Erzählt ihr Freunden und Familie, dass ihr eure Partnerschaft geöffnet habt? Oder möchtet ihr das lieber für euch behalten? Egal, wie ihr euch entscheidet: Die Hauptsache ist, dass ihr euch einig seid.

6. Statusprüfung

Besprecht regelmäßig, wie ihr euch mit eurer offenen Beziehung fühlt: Macht euch dieses Beziehungsmodell Spaß? Fühlt ihr euch wohl damit? Oder hat sich beispielsweise anhaltende Eifersucht eingestellt? Wenn ihr beide zufrieden mit eurem Beziehungstyp seid, führt ihn so weiter. Möchte einer ihn jedoch ändern, findet gemeinsam eine Lösung. Möglicherweise ist eine offene Beziehung in diesem Fall nicht das Richtige für euch – entscheidet euch dann für ein anderes Beziehungsmodell, das besser zu euch passt.

Diese Regeln klingen im ersten Moment wahrscheinlich ziemlich komplex – eine offene Partnerschaft ist allerdings auch eine komplexe Beziehungsform. Lasst euch davon aber nicht entmutigen! Wenn ihr beide dahintersteht und sie umsichtig angeht, kann eine offene Beziehung sehr gut funktionieren. Denkt daran: Es ist zentral, dass ihr eure Kommunikationswege jederzeit offenhaltet. Vergesst außerdem niemals den wichtigsten Grundsatz glücklicher Beziehungen: Tut nur das, was beide wirklich möchten! Wenn ihr das berücksichtigt, kann das Öffnen eurer Beziehung eure Partnerschaft nachhaltig bereichern!

– von Juliane

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