Jedes Paar wünscht sich, dass die eigene Beziehung ein faires Geben und Nehmen ist. Dabei sollten beide Partner genauso viel bekommen, wie sie investieren. Doch häufig hat mindestens ein Partner das Gefühl, in seiner Partnerschaft würde Ungerechtigkeit herrschen. Die Folge: Unzufriedenheit und Wut.

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, wie fair eure Beziehung ist? Wir geben euch heute einige Tipps, mit denen ihr die Fairness in eurer Partnerschaft prüfen und sie noch ausgeglichener gestalten könnt:

Die Bestandsaufnahme

Sprecht einmal darüber, wie fair sich eure Beziehung für euch beide anfühlt: Was investiert jeder von euch in die Partnerschaft? Damit sind nicht in erster Linie finanzielle Investitionen gemeint: In der Beziehungspsychologie werden alle Beiträge, die ein Partner für die Beziehung leistet, als Investitionen bezeichnet. Dazu gehören zum Beispiel auch übernommene Haushaltsaufgaben, Zugeständnisse und Liebesbeweise.

Behaltet bei diesem Gespräch im Hinterkopf, dass sich solche Investitionen nicht objektiv bestimmen lassen, ihr könnt also nur über die gefühlte Fairness sprechen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ihr unterschiedliche Wahrnehmungen habt und eure Beiträge daher jeweils etwas unterschiedlich einschätzt. Das Wichtigste ist deshalb, dass ihr beide ehrlich zueinander und zu euch selbst seid und versucht, die eigenen Investitionen realistisch einzuschätzen. Macht euch während des Gesprächs gegenseitig keine Vorwürfe und versucht, die Situation neutral zu beschreiben.

Eure Bestandsaufnahme kann zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen:

Alles fair

Wenn ihr euch einig seid, dass eure Beziehung fair ist, ist das natürlich super! Ihr müsst akut nichts am Verhältnis eurer Investitionen verändern. Wiederholt dieses Gespräch trotzdem regelmäßig, um früh zu erkennen, wenn sich ein Ungleichgewicht anbahnt.

Viele Paare werden jedoch wahrscheinlich das Gefühl haben, dass ihre Partnerschaft nicht absolut ausgeglichen ist. Das kann verschiedene Gebiete betreffen:

Die Aufgabenverteilung

Oft stellen zusammenlebende Paare in solchen Gesprächen fest, dass ein Partner mehr (Haushalts-)Aufgaben übernimmt als der andere. Besprecht in diesem Fall, woran das liegt: Ist ein Partner beispielsweise beruflich sehr eingespannt und hat deshalb nur wenig Zeit für den Haushalt? Findet in solchen Fällen kreative Lösungen, um ein gefühltes Gleichgewicht herzustellen. Der stark beschäftigte Partner könnte zum Beispiel weniger Aufgaben übernehmen, dafür aber solche, die sein Liebster sehr ungern macht – so fühlt sich die Aufteilung gleich gerechter an.

In Fernbeziehungen ist ein häufiger Auslöser für gefühlte Ungerechtigkeit, dass ein Partner mehr Reisen zum anderen auf sich nimmt. Kann das (zum Beispiel aus zeitlichen Gründen) nicht ausgeglichen werden, könnte der andere sich beispielsweise an den Reisekosten beteiligen.

Gibt es keine solchen objektiven Gründe für eine ungleichmäßige Aufteilung, könnt ihr eure Aufgaben tatsächlich umverteilen. Dabei kann es euch helfen, eine Liste mit all euren Aufgaben anzulegen und sie ganz neu aufzuteilen. Verteilt sie am besten so, dass jeder seine Stärken einbringen kann. Probiert die neue Aufteilung vier Wochen lang aus und besprecht danach, ob sie sich bewährt hat und wirklich gerechter ist.

Emotionale Investitionen

Nicht immer steht jedoch die handfeste Aufgabenverteilung im Mittelpunkt. Oft haben die Partner stattdessen das Gefühl, auf emotionaler Ebene unterschiedlich viel zu investieren. Der häufigste Grund dafür: Verschiedene Menschen legen Wert auf verschiedene Bereiche. Oft werden emotionale Investitionen des Partners deshalb nicht wahrgenommen, da auf andere Bereiche geschaut wird. Ein Partner kann seinen Liebsten beispielsweise als emotional distanziert wahrnehmen, weil er seltener „Ich liebe dich“ sagt – dabei aber übersehen, dass dieser seine Liebe durch Umarmungen und Küsse zeigt.

Sprecht daher darüber, woher das Gefühl der Ungerechtigkeit kommt und welche emotionalen Investitionen ihr euch voneinander wünscht. Nimm die Wünsche deines Partners wohlwollend auf und versuche, sie in Zukunft umzusetzen. Erzählt euch gleichzeitig, welche emotionalen Investitionen der andere vielleicht übersehen haben könnte, und achtet auch auf diese in nächster Zeit besonders.

Denkt bei eurem Gespräch über die Beziehungsfairness immer daran, dass ihr nicht täglich ein Gleichgewicht erreichen müsst – denn eine glückliche Beziehung zeichnet sich durch eine langfristige Ausgeglichenheit aus. Wenn ihr diesen Zustand erreicht, bleibt auch eure Liebe im Gleichgewicht!

– von Juliane

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