Noch schnell die Fenster putzen, die Kinder von der Kita abholen und danach einkaufen gehen. Und zwischendurch zum X-ten Mal über den Plan für den Urlaub diskutieren – der sollte eigentlich schon längst gebucht sein! Hoffentlich endet das nicht wieder im Streit…

Ja, der Alltag als Paar oder Familie bringt ganz schön viel Stress mit sich, der die Beziehung belasten kann! Diesen Stress nennen Psychologen paarinternen Stress.

Doch nicht nur der kann sich auf eine Partnerschaft auswirken. Studien zeigen, was die meisten von euch schon geahnt haben: Auch Stress im Job kann die Beziehung belasten. Der andere Partner fühlt sich davon oft ebenfalls betroffen und erlebt nicht selten selbst Stresssymptome. Genauso kann sich auch Stress mit Freunden oder zum Beispiel den eigenen Eltern übertragen – dieser wird von Psychologen als paarexterner Stress bezeichnet. Schwappt er in eine Partnerschaft über, spricht man von einem Spillover.

Der Psychologe Guy Bodenmann, einer der führenden Forscher auf dem Gebiet von Stress in Partnerschaften, geht sogar so weit zu sagen:

Jeder Stress ist auch Paarstress

Egal, ob er intern oder extern entsteht. Und somit muss auch jeder Stress gemeinsam bewältigt werden. Doch leichter gesagt als getan: Manchmal bemerkst du es vielleicht gar nicht sofort, wenn dein Partner gestresst ist, und verstehst sein Verhalten dann falsch. Oder du möchtest helfen, machst es damit aber eigentlich nur noch schlimmer. Solche Situationen hat wohl jeder schon erlebt – und jeder steht dann vor denselben Fragen:

Sagst du jetzt „Ist doch gar nicht so schlimm“ oder „Ja, das ist wirklich schlimm“? Oder anders ausgedrückt: Ist es besser den Liebsten zu beruhigen, oder hilft es eher sich gemeinsam mit dem Partner aufzuregen? Oder solltest du ihm vor allem ganz praktisch einige Aufgaben abnehmen? Oder wäre vielleicht etwas ganz Anderes angebracht?

Dyadisches Coping lernen

Du kennst das bestimmt: Gerade in Stresssituationen lauern so manche Fettnäpfchen – und gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht. Dann kann so ein emotional ohnehin schon angespannter Moment schnell eskalieren…

Doch das lässt sich vermeiden: Eine effektive gemeinsame Stressbewältigung – oder psychologisch: Dyadisches Coping – kann man nämlich lernen! In den nächsten Tagen werden wir euch deshalb zeigen, wie ihr zusammen am wirkungsvollsten mit Stress umgehen könnt. Damit bei euch jederzeit Entspannung pur herrscht 🙂

(Quellen: Bodenmann & Perrez, 1991 und Brough, Muller & Westman, 2018)

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