Herzlich Willkommen zu Teil 2 unserer Mini-Serie! Wenn ihr mit eurem Partner darüber gesprochen habt, ob Nähe und Distanz bei euch im Gleichgewicht sind, und ihr beide klare Wünsche geäußert habt, ist bei euch vielleicht folgende Situation aufgetreten: Eure Wünsche widersprechen sich. Heute erfahrt ihr, wie ihr in diesem Fall zu einer gemeinsamen Balance findet.

Schritt 2: Entscheiden

Nachdem ihr euch in Schritt 1 mit eurer aktuellen Situation und euren Wünschen auseinandergesetzt habt, fühlt jetzt wahrscheinlich jeder von euch seine eigenen Bedürfnisse. Im besten Fall hast du nun auch schon ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse deines Partners. Wenn diese widersprüchlich sind, ist euer nächster wichtiger Schritt: Ihr müsst euch beide bewusst dafür entscheiden, etwas zu verändern! Macht euch dazu klar, dass sowohl Nähe als auch Distanz essenziell für eine Partnerschaft ist und sie nur funktionieren kann, wenn beides ausbalanciert ist:

Nähe ermöglicht Intimität zwischen zwei Partnern und das Erleben gemeinsamer Erfahrungen, die eine Beziehung stärken.

Distanz ist die Voraussetzung für eine persönliche Weiterentwicklung, die einen Partner immer wieder aufs Neue interessant macht.

Wenn ihr ein Bewusstsein dafür schafft, dass beide Pole in eurer Beziehung einen Platz haben sollten, hilft euch das dabei, eure eigenen Wünsche zu hinterfragen. Denn diese Wünsche werden vor allem unbewusst von euren Gefühlen und Erfahrungen beeinflusst. Jetzt könnt ihr aber ganz bewusst entscheiden, dass es „vernünftig“ wäre, etwas von ihnen abzurücken. Wichtig ist, dass ihr beide daran arbeiten wollt und bereit seid, dafür die Komfortzone zu verlassen.

Schritt 3: Verändern

Geht aufeinander zu – denn das kann eine Möglichkeit sein, neue Erfahrungen zu sammeln. Dafür müsst ihr unter Umständen an eure eigenen Grenzen gehen. Das ist natürlich erst einmal beängstigend und unangenehm, aber kann euch enorm weiterhelfen:

Vermeidest du beispielsweise normalerweise Nähe, kann das Zulassen von Nähe in einem geschützten Raum, deiner Partnerschaft, dir die Erfahrung ermöglichen, dass keine emotionale Verletzung folgen muss.

Vermeidest du eher die Distanz, kann das Erleben von Distanz in einer funktionierenden Partnerschaft dir zeigen, dass sie nicht unbedingt zu Verlust führen muss, sondern dein Partner danach wiederkommt und dieses Erlebnis die Intimität in eurer Beziehung sogar noch steigert.

Diese neuen Erfahrungen werden euch in eurer Beziehung gemeinsam wachsen lassen!

Geht dabei kleine Schritte und überfordert euch nicht. Wird beispielsweise in einer Fernbeziehung auf Wunsch eines Partners nur einmal in der Woche telefoniert, während der andere sich tägliches skypen wünscht, könnte eine mögliche Lösung so aussehen: Ein Skype-Date in der Woche und in der Zwischenzeit sendet das Paar sich Nachrichten. Je nachdem, wie beide sich damit fühlen, kann der Kontakt mit der Zeit häufiger oder seltener werden.

Die Bedürfnisse ins Gleichgewicht bringen – und dort halten

Neue Erfahrungen zu sammeln und zu beobachten, wie sich die eigenen Bedürfnisse und Gefühle dadurch entwickeln, ermöglicht euch, einen Punkt zu finden, mit dem ihr beide glücklich seid – der Punkt, an dem Nähe und Distanz für euch ausbalanciert sind!

Das geht nicht von heute auf morgen und erfordert Zeit und Geduld, aber es lohnt sich! Redet regelmäßig darüber, wie es euch damit geht. Manchmal gerät die Balance auch phasenweise wieder aus dem Gleichgewicht, zum Beispiel durch Umwelteinflüsse: Etwa, wenn ein Partner Stress auf der Arbeit hat und sich deshalb zurückzieht, und der andere dadurch ein unerfülltes Nähe-Bedürfnis erlebt. Sprecht es an, sobald so etwas bei euch auftritt, erklärt euch gegenseitig eure aktuellen Bedürfnisse – und geht gegebenenfalls die drei beschriebenen Schritte noch einmal, um eure Balance wiederzufinden!

– von Juliane

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