Die Imago-Beziehungstherapie unterscheidet zwei grundlegende neuronale Muster bei Beziehungsstress: Den Maximierer oder den „Hagelsturm“ und den Minimierer oder die „Schildkröte“. Beide treffen garantiert aufeinander! Das Wichtigste ist: Das Muster erkennen und dadurch eine neue Beziehungsqualität erleben.

Es ist tatsächlich wahr: Hagelsturm und Schildkröte treffen einander – in ausnahmslos jeder Beziehung! In der Verliebtheitsphase bleiben diese „Parallelidentitäten“ noch unbemerkt, doch wenn die Machtkämpfe und die ersten Streits beginnen, kommt das Streitmuster ans Tageslicht.

Das Konzept stammt aus der Imago-Paartherapie, die ihre Wurzeln unter anderem in der Psychoanalyse hat. Es analysiert, wie die neuronalen Gefühls- und Verhaltensmuster zweier Partner angelegt sind, die einander anziehen und sich verlieben.

So matchen sich die beiden Typen: Der Maximierer, auch „Hagelsturm“ genannt, sucht bei Konflikten die Kommunikation und die Verbindung mit dem Anderen, der Minimierer oder die „Schildkröte“ zieht sich als Reaktion darauf zurück.

Das Problem: Je stärker der Rückzug der Schildkröte, desto stärker die Aktivität des Hagelsturms und desto mehr panzert sich die Schildkröte sprichwörtlich ein. Es ist ein Teufelskreis! „85 bis 90 Prozent der Frauen sind Hagelstürme“, erläutert die Imago-Paartherapeutin Eveline Brehm aus Wien die Praxis, „Und ebenso groß ist der Anteil der Schildkröten unter den Männern.“

Seid euch bewusst: Ihr beide habt Angst!

Wenn ihr dieses Muster in eurer Beziehung nicht erkennt, kann es passieren, dass ihr eure gemeinsamen Themen kaum besprechen könnt, da diese Beziehungsdynamik sich tendenziell verstärkt, wenn ihr sie nicht unterbrecht. Wichtig ist, zu wissen, dass beiden Verhaltensweisen ein gemeinsames Gefühl zugrunde liegt: Angst!

Der Hagelsturm hat Angst, die Beziehung zu verlieren und gar nicht mehr gehört zu werden. Er bzw. sie wird dabei lauter, vehementer und fordernder. Nicht selten endet das in einem Schreiduell oder besser gesagt – in einem Schreiangriff, in dem es nur darum geht, den Anderen wieder zu finden und ein Gespräch zu beginnen.

Die Schildkröte ist auch von Angst betroffen: Sie möchte nichts mehr, als in Ruhe gehört zu werden und sich nicht mehr angegriffen zu fühlen. Dabei wird sie immer stummer! Beide erleben diese Situation als sehr schmerzvoll und belastend. Kennt ihr das? Jetzt wisst ihr: Ihr seid damit nicht alleine!

Ein fatales Duo? Nicht, wenn ihr das Muster durchbrecht

Doch wie geht ihr damit am besten um? „Wenn beide Partner den Mechanismus erkennen, können sie einander Verständnis entgegenbringen und jeweils wieder einen Schritt auf den anderen zu gehen. So wird Kommunikation wieder möglich und es ist eine Chance, dadurch eine neue und tiefere Verbindung zu erleben“, so Paartherapeutin Brehm.

Für die Hagelstürme heißt das, ihre Energie zu reduzieren, und die Schildkröten dürfen ihren Schutzpanzer verlassen, über sich selbst reden und dem Anderen zuhören.

Ein Praxistipp für Hagelstürme: Gehe es langsam an und versuche, deinem Partner Zeit zu lassen. Besprecht ein Thema nach dem anderen und nicht alles auf einmal. Nehmt euch Zeit für das Gespräch und dränge deinen Partner nicht dazu, alles zwischen Tür und Angel durchzubringen.

Wenn du zu den Schildkröten gehörst, darfst du verstehen, dass dein Partner/deine Partnerin dich nicht verletzen will und du ihm/ihr wichtig bist.

Kontakt Eveline und Klaus Brehm:
http://www.brehms.eu/imago-paartherapie/

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