Die 3 Regeln des Zuhörens 👂💫

Wahrscheinlich würden viele von uns von sich sagen «Ich bin ein guter Zuhörer». Aber was macht eigentlich einen guten Zuhörer aus? Wie können wir den Anderen bereits beim Zuhören unterstützen und ihm/ihr das Gefühl geben „Ich bin bei dir, ich höre dich, ich sehe dich“?

Vor allem bei schwierigeren und tiefgehenden Gesprächen ist es wichtig, dem Gegenüber ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und zuzuhören (also: Smartphone weglegen!).

Was viele aber unterschätzen, ist die unglaublich wichtige Funktion, die Zuhören auch im Paar-Alltag hat. Denn mal ganz ehrlich: Wie genau hört ihr zu, wenn ihr euren Partner fragt wie sein Tag war? Wie viel Aufmerksamkeit bekommt eure Liebste wirklich von euch, wenn sie sich zum dritten Mal diese Woche über ihre Chefin aufregt? Wahrscheinlich nicht immer soooo ganz genau bzw. soooo ganz viel. Keine Sorge, das passiert uns auch 😉🙈

Um den eigenen Partner wirklich unterstützen zu können, muss man zuerst ganz genau verstehen, wo das Problem liegt – ist sie wirklich wütend, weil die Chefin sie an dieses blöde Projekt gesetzt hat, oder fühlt sie sich von ihrer Chefin unterschätzt und ist deshalb traurig? Darin liegt ein großer Unterschied.

Das Gegenüber richtig verstehen und unterstützen können beginnt mit richtigem Zuhören. Diese 3 Regeln des Zuhörens helfen euch dabei:

  1. Aktiv und aufmerksam zuhören. Das bedeutet den Fernseher auszuschalten, das Smartphone wegzulegen, sich dem Partner/der Partnerin zuzuwenden (Körpersprache ist hier sehr wichtig) und ihm/ihr in die Augen zu schauen. Wichtig ist es auch sich zu fragen: Habe ich gerade überhaupt den Kopf frei, um gut zuhören zu können? Wenn uns etwas im Kopf herumspukt, kann es schwierig sein dem Gegenüber voll und ganz zuzuhören. Wenn du das Gefühl hast, nicht ganz bei der Sache zu sein, kann es besser sein dem Partner liebevoll zu vermitteln, dass du ihm später sehr gerne zuhörst, aber dass du jetzt erst einmal eine halbe Stunde für dich brauchst um runterzukommen und dann auch richtig zuhören zu können.

  2. Stellt offene Fragen. Offene Fragen sind solche, die man nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann. Dazu eignen sich vor allem W-Fragen: Wie hast du dich gefühlt? Warum hast du dich so gefühlt? Wo ist das passiert?… usw. Offene Fragen zeigen, dass ihr wirklich interessiert seid und helfen euch dabei, ein klareres Bild davon zu bekommen, was in dem anderen vorgeht und was das Problem ist.

  3. Fasst zusammen, was der Andere sagt. Wenn euer Partner sich euch mitteilt, kann es sich anfangs komisch anfühlen einfach das zu wiederholen, was er/sie gerade gesagt hat – aber es wirkt Wunder! Dadurch, dass das Gegenüber das wiederholt, was man gerade gesagt hat, fühlt man sich unglaublich gut verstanden und gehört. Es ist ein sehr schönes Gefühl. Außerdem hilft es dabei, Missverständnisse gleich aufzudecken. Wenn euer Partner z.B. sagt „…und dann war ich wirklich nicht zufrieden“ und ihr wiederholt „Du warst dann wirklich sauer“, gibt ihm das die Möglichkeit das zu korrigieren und zu sagen „Nein, ich meine ich war nicht zufrieden, weil ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe“. So könnt ihr sicher sein, dass ihr alles richtig verstanden habt. Kein Aneinandervorbeireden mehr!

Um diese drei Regeln gleich mal auszuprobieren und einzuüben (denn von selbst geht das nicht, Übung macht den Meister), probiert einfach mal Folgendes: Fragt euren Partner heute, wie seine Woche bis jetzt war. Ihr werdet erstaunt sein, wie viel mehr man aus so einer einfachen Frage herausholen kann.

Wir danken Harli Marten auf unsplash für dieses schöne Bild.

Quelle : Bodenmann, G., & Fux, C. (2015). Was Paare stark macht. Das Geheimnis glücklicher Beziehungen, 5. Auflage. Schweiz : Axel Springer.

 

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