Die 3 Regeln des Sprechens

Um richtig verstanden zu werden reicht es natürlich nicht, einen guten Zuhörer vor sich sitzen zu haben. Man muss sich auch selbst mitteilen können. Auch das ist gar nicht so einfach. Vor allem, wenn es um Gefühle geht, alles irgendwie miteinander verbunden zu sein scheint und man vielleicht selbst gar nicht so richtig weiß, wo der Schuh drückt.

Im schlimmsten Fall versuchst du vielleicht zu erzählen, wie es dir geht, und der Andere scheint dich nicht zu verstehen und reagiert überhaupt nicht so, wie du es dir vorgestellt hast. Das ist ganz schön frustrierend.

Aber keine Sorge, wir haben die drei wichtigsten Regeln des Sprechens für dich zusammengestellt, die dir dabei helfen deinem Liebsten/deiner Liebsten genau zu sagen, wie es dir geht und warum:

  1. Sprich von einer konkreten Situation. Es ist verständlich, dass du dich am liebsten darüber aufregen würdest, wie verständnislos dein Vater immer ist, oder wie nervig dein Arbeitskollege dauernd sein kann, aber dadurch wird dein Punkt für den Zuhörer schwammiger und weniger gut vorstellbar. Am besten du suchst dir eine konkrete Situation aus um zu sagen, was dich stört. Dadurch fällt es auch dir leichter zu sagen, wie du dich dabei gefühlt hast und warum. Du kannst zum Beispiel so anfangen: „Letztes Wochenende, als wir meine Eltern besucht haben, hat mein Vater so eine blöde Bemerkung gemacht“. Dann kann sich dein Gegenüber besser in die Situation hineinversetzen.

  2. Sprich von dir. Es geht weniger darum, was andere getan haben, sondern eher darum, wie du dich damit fühlst. Versuch also anstatt „Du hast mich wütend gemacht“ zu sagen „Es hat mich wütend gemacht zu sehen, dass du dein Geschirr hast stehen lassen“. Je mehr Ich-Sätze du benutzt, desto klarer wird, wie die Situation für dich ist und warum es dir so geht, wie es dir geht. Außerdem vermeidest du es so, unnötig Vorwürfe zu machen.

  3. Teile deine Gefühle mit. Kontext zu geben ist hilfreich, aber bleib nicht auf der Sachebene! Es ist viel wichtiger dem Anderen zu sagen, wie du dich dabei fühlst. Einfach zu sagen „Du hast dein Geschirr wieder rumstehen lassen!“ sagt viel weniger aus als „Ich habe gesehen, dass dein Geschirr wieder da steht. Das verletzt mich, weil es mir das Gefühl gibt, dass du nicht siehst, wie viel Mühe ich mir gebe, dass es hier sauber und aufgeräumt ist. Ich habe dann das Gefühl, dass du mich nicht wertschätzt und denkst, dass ich es ja schon wegräumen werde.“

Um diese Regeln gleich mal mit deinem Partner auszuprobieren, denke an eine Situation in den letzten zwei Wochen, die dir schwer gefallen ist. Das kann ein Streit mit deiner Schwester gewesen sein, ein Gespräch mit dem Chef, ein Konflikt mit einem Kollegen, eine Stresssituation auf der Arbeit oder sonst etwas, was dich bedrückt oder aufgeregt hat.

Such dir eine konkrete Situation aus und sprich mit deinem Partner darüber. Ideal wäre natürlich, wenn er/sie die 3 Regeln des Zuhörens auch schon kennt. Versuche, an die drei Regeln des Redens zu denken, während du deine Situation erzählst. Du darfst dir auch gerne einen Spickzettel mitnehmen – wir verraten es auch keinem 😉

Wir danken Alex Holyoake auf unsplash für dieses tolle Bild.

Quelle : Bodenmann, G., & Fux, C. (2015). Was Paare stark macht. Das Geheimnis glücklicher Beziehungen, 5. Auflage. Schweiz : Axel Springer.

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